Dieter E. Gellermann

PR-Berater, Journalist (DJV), professioneller Textbegleiter
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Textideen in Zeiten von Copy&Paste

Dieter Gellermann | 27. Februar 2011

Die Gedanken sind frei, nicht aber, wenn sie irgendwo als Text niedergelegt sind. Dann ist es einfach, sie auf einen Kopierer zu legen oder, mittels Computer und Internet, per Tastendruck in ein neues Umfeld einzustellen.

Gedanken sind in aller Regel aber geistiges Eigentum des jeweiligen Autors, der daran gearbeitet, Wörter ausgetauscht und Sätze gefeilt hat, bis er mit seinem Werk zufrieden war. Allein die Idee zu einem Bonmots (“schöne Wörter”) kann eine Weile gedauert haben. Diese Dauer kann oft nicht einmal berechnet werden. Ich habe als Autor natürlich auch so manche Idee erst einmal in eine Schublade gepackt, lasse sie reifen, bis sie irgendwann abgeschlossen sein wird und ich sie als abgeschlossen betrachten würde. Manche Ideen sind so eigentlich unbezahlbar. Aber daher wird die Schriftstellerei ja auch gerne als “brotlose Kunst” bezeichnet: Vieles landet im Papierkorb oder in irgendwelchen Ablagen, die schnell einstauben.

Textideen, die zum “Werk” geraten, werden natürlich veröffentlicht und der Menschheit so bekannt gemacht. Jeder darf das lesen und auch im privaten Umfeld rezitieren. Für Schulen gelten Ausnahmeregeln, die dürfen die Werke auch ohne Abgaben vervielfältigen.

Bei Texten im Internet muss man heute fein unterscheiden, welche eine kreative Eigenständigkeit haben und welche nur einen nicht-kreativen Einwurf darstellen. Wer Texte aus dem Internet ohne Nachfrage ungeprüft übernimmt, muss sich stets fragen, ob er das nicht in eigenen Worten, – also mit eigener kreativer Leistung, – wiedergeben kann oder zumindest die übernommenen Passagen als Zitat kennzeichnen möchte. Letzteres ist auch völlig in Ordnung, wenn es bestimmte Umfänge nicht übersteigt, was sich nach dem Gesamtzusammenhang richtet.

Alles, was über das Erlaubte hinausgeht, stellt die Verletzung geistigen Eigentums dar. Als Autor und Mitglied der VG WORT (Verwertungsgesellschaft Wort) halte ich mich nicht nur an die Rechtslage, mehr noch, ich werde jeden, der beim Kopieren fremder Texte ein gewisses Maß überschreitet, anzeigen und der VG WORT melden.

Geistiger Diebstahl ist dem Entwenden von Sachen wie Fahrrädern, Wertgegenständen oder Kleidern gleichzusetzen.

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Autor, geistiges Eigentum, Kopierer, kreative Eigenständigkeit, Textideen, VG Wort
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Der erste Entwurf ist selten der beste

Dieter Gellermann | 16. Dezember 2010

Wie schreiben Sie Ihre Texte? Mühelos von vorne bis zum Schluss? Oder sammeln Sie erst Stichpunkte und machen eine Gliederung, bevor Sie mit dem eigentlichen Schreiben anfangen? Oder erstellen Sie Ihre Texte erst als Rohfassung und überarbeiten diese, bis sie stimmig ist?

Überarbeiten? Hat ein guter Texter es nötig, seine Texte zu überarbeiten? Gewiss. Gute Autoren feilen lange an ihren Werken. Deshalb spielt es auch keine Rolle, ob sie mit der Titelzeile, dem Textvorspann oder irgendwo in der Mitte des Textes mit dem Schreiben beginnen. Mir geht es manchmal so, dass mir ein Werk in der Entwurfsphase nicht gefällt, weil es nicht stimmig aufgebaut ist, keine Spannung vermittelt oder zu wenig Sprachwitz enthält.

Dann werden Sätze und Absätze verschoben. So gelangt die originellste Aussage an den Anfang, denn nur so kann ich meine Leser für ein Weiterlesen gewinnen. Chronologie ist meistens langweilig, deshalb ist sie für manches Schreiben zweitrangig.

Stimmt der Text von seinem Aufbau und sind die einzelnen Aussagen schlüssig, dann wird an einzelnen Sätzen gearbeitet. Allzuleicht schleichen sich unnötige Füllwörter ein, besonders beliebt sind “auch”, “häufig”, “nur” oder “meistens”. Auf sie kann man gerne verzichten.

Als nächstes suche ich nach Hilfsverben, Formen von “sein” und “haben”, etwa “ist”, “hat” oder “wurde”. Echte Verben vermitteln viel mehr Farbe und Spannung. Dann untersuche ich meine Sätze, ob auch nur die im Passiv stehen, bei denen es nicht zu vermeiden ist, so beim Briefträger, der vom Hund gebissen wurde. Aktive Satzkonstruktionen wirken immer stärker und deshalb überprüfe ich meine Sätze daraufhin. (Mehr Beispiele zum Thema weiter unten)

Es gibt noch ein paar Techniken, mit denen man Texte überarbeiten kann, und Punkte, die man überprüfen muss, weil sie leicht zu Fehlern führen, doch Hinweise darauf folgen später oder sind bereits in meinem Blog zu finden.

- – -

Beispiele für Sätze im Aktiv:

1) Die Geschäftsleitung freute sich, die neue Fertigungshalle einweihen zu können.
2) Der Einkäufer kehrte mit vollen Auftragsbüchern von der Frühjahrsmesse zurück.
3) Wer liebt schon Büroarbeit? Pflichtbewusste Mitarbeiter erledigen sie still und zügig.

Beispiele für die selben Sätze im Passiv:

1) Die neue Fertigungshalle wurde freudig von der Geschäftsleitung eingeweiht.
2) Mit vollen Auftragsbüchern von der Frühjahrsmesse wurde der Einkäufer begrüßt.
3) Büroarbeit wird selten geliebt. In ihrer still und zügigen Erledigung zeichnet sich ein pflichtbewusster Mitarbeiter aus.

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Aktiv, Autor, Chronologie, Entwurf, Gliederung, Hilfsverben, Passiv, Schreiben, Stichpunkte, Techniken, Textvorspann, überarbeiten
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Früh übt sich …

Dieter Gellermann | 30. Oktober 2010

Ich werde häufig gefragt: Wie kommt man zum Schreiben? Das fängt im Idealfall schon früh an, – mit Beiträgen für eine Schülerzeitung. So beginnen viele Karrieren von Autoren. Bei mir war das zwar keine Schülerzeitung sondern eine nichtkommerzielle Jugendzeitung in meiner Heimatgemeinde, für die ich 1972 erste Beiträge lieferte. Aber bei solchen Organen genügt es nicht, Beiträge abzuliefern, man ist auch bei der Produktion und dem Vertrieb beteiligt.

Den nächsten Schritt machte ich 1975, als ich Pressereferent einer nicht parteigebundenen  Jugendorganisation wurde. Einige meiner ersten Artikel schrieb ich in Frankfurt / Main, mit Blick auf die Paulskirche. Mir war klar, dass ich eines der deutschen Symbole für Pressefreiheit vor Augen hatte. Entsprechend pathetisch wurden diese Texte.

1979 gründete ich mit ein paar Unterstützern eine eigene nichtkommerzielle Jugendzeitung, die das Hauptziel erreichen sollte, Termine der unterschiedlichen Jugendgruppen und Trägern von Jugendarbeit zu verbreiten, denn ich hatte festgestellt, dass es zwar viele Angebote gab, dass sie aber nebeneinanderher liefen.

Im selben Jahr wurde ich Profi und wurde Redakteur einer recht vielseitigen Jugendzeitschrift, die ich in den Jahren 1982 bis 1987 fast alleine, – natürlich mit einem Stab freier Mitarbeiter, – verantwortete.

Die Zahl und Art der Publikationen wurde in den Folgejahren immer vielfältiger, es kamen Bücher und Spiele hinzu, Lehrmittel und Fachaufsätze. 1999 begann ich, für Klein- und Mittelständische Unternehmen zu schreiben. 2006 wurde das mein Hauptberuf.

Ich bin froh über diese Entwicklung und alle meine gesammelten Erfahrungen mit Texten aller Art. Natürlich gab es dabei auch Rückschläge und Pannen. Aber auch daraus lassen sich Lehren ziehen, gemäß dem Zitat von Winston Churchill:

“Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.”

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Autor, Erfahrungen, Jugendzeitung, Karriere, Mitarbeiter, Paulskirche, Pressefreiheit, Pressereferent, Schülerzeitung
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Urheberrecht

Dieter Gellermann | 19. Juli 2010

Jeder Text unterliegt dem Autorenschutz, wenn er eine gewisse schöpferische Höhe erreicht. Als Autor ist es für mich selbstverständlich, dass ich nirgendwo abschreibe oder Textpassagen kopiere, ohne ihre Quelle zu kennzeichnen.

Gleiches erwarte ich von allen anderen, die auch Texte als ihre eigenen veröffentlichen. Das sollte Teil der Berufsethik jedes Autoren sein.

Sollte ich eigene Texte irgendwo entdecken, die nicht von mir oder den Verlagen, mit denen ich zusammenarbeite, autorisiert sind, behalte ich mir juristische Maßnahmen vor. Als Mitglied der VG Wort und des DJV kann ich Unterstützung von deren Rechtschutz bauen.

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Viele Kunden verstehen Angebote nicht

Dieter Gellermann | 11. Juli 2010

In Geschäftsnachrichten wird häufig berichtet, wie toll Produkte oder Dienstleistungen jenes Unternehmens sind. Die Autoren dieser Nachrichten versetzen sich aber zuwenig in die Lage der Kunden. Deshalb tauchen in den Texten Fachbegriffe aus dem Umfeld von Ingenieuren oder Vertrieblern auf. Diese so erstellten Texte sind für Nichtexperten unter den Kunden unverständlich. Da macht es keinen Unterschied, ob es sich um einen Werbebrief, eine Homepage oder einen Flyer handelt.

Als professioneller Textbegleiter habe ich immer ein paar potenzielle Kunden vor Augen. Für diese schreibe ich dann, – so klar und knapp wie möglich. Meine Auftraggeber wundern sich und deren Kunden fragen die Waren, wenn sie nicht sofort eine Kaufentscheidung treffen.

Den Erfolg ermögliche ich auch, weil ich neutraler Texter und erfahrener Journalist bin, der es versteht, zwischen beiden Seiten – dem Kunden wie dem Lieferanten – zu vermitteln. Diese Neutralität findet man nicht bei den Hausautoren der Unternehmen.

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