Dieter E. Gellermann

PR-Berater, Journalist (DJV), professioneller Textbegleiter
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Samoa und die Weltöffentlichkeit

Dieter Gellermann | 31. Dezember 2011

Ein schönes Beispiel für öffentlichkeitswirksames Handeln auf höchster Ebene war das Verlegen der Datumsgrenze in Samoa, so dass der Inselstaat jetzt weltweit immer als erster Neujahr feiern kann. Und bestimmt finden sich jetzt regelmäßig Reportageteams an Samoas Stränden ein, wenn das neue Jahr dort begrüßt wird. So erscheint Samoa jedes Jahr mindestens einmal in den Weltmedien.

Es gibt aber noch einen tieferen Grund: Samoas wichtigste Handelspartner waren früher die USA, für die man schon mal die Datumsgrenze in die andere Richtung verlegt hatte. Inzwischen sind die Geschäftskontakte nach Australien und Neuseeland wichtiger, so dass man jetzt wieder in direkt benachbarten Zeitzonen ist.

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Datumsgrenze, Öffentlichkeit, Samoa
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Wörter gebrauchen oder viele Worte machen

Dieter Gellermann | 30. Dezember 2011

“Wort” hat zwei verschiedene Pluralformen: “Worte” und “Wörter”. Beide Formen können fast immer alternativ verwendet werden. Ein einem abgeschlossenen Text sollte man sich aber für eine einheitliche Form entscheiden.

Aber ein paar Unterschiede zwischen den Pluralformen gibt es dennoch,
wo die jeweils andere Form unpassend ist:

“Worte” wird benutzt für Äußerungen und Erklärungen wie bei “Begrüßungsworten” oder “seinen letzten Worten an jenem Abend”, den Personen, die “nicht viele Worte Machen wollen”, geflügelte oder goldene
Worte aussprechen, mit wenigen Worten etwas zusammenfassen oder
etwas mit anderen Worten ausdrücken.

“Wörter” wird angewendet, wenn von Wortgattungen (“Fürwörter”) die
Rede ist oder von Wort-Sammlungen (“Wörterbuch”)

Damit sind nun genug Worte gesagt, um Wörter künftig korrekt zu benutzen.

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Wort, Worte, Wörter
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Was machen Sie, wenn Sie etwas realisieren?

Dieter Gellermann | 30. Dezember 2011

Eines der häufig falsch verwendeten Anglizismen, die Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben, ist “realisieren”. Eigentlich war damit mal die Umwandlung von einem Plan zu seiner Ausführung. Man könnte es auch ersetzen durch “verwirklichen”.

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat das Wörtchen die Bedeutung von “erkennen” erhalten und muss dann wohl eine Abwandlung des englischen “to realize” sein. Es gibt in der heutigen Anwendung aber noch eine dritte Bedeutung im Sinne von “begreifen”.

Da je nach eigentlicher deutschen Bedeutung jeder etwas Anderes mit “realisieren” verbindet, empfehle ich, möglichst ganz auf dieses Modewort zu verzichten um zu vermeiden, missverstanden zu werden. Realisieren Sie das?

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Anglizismen, realisieren, verstehen
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Palindrome

Dieter Gellermann | 30. Dezember 2011

Ich wollte ja immer mal wieder ein paar spielerische Beiträge in meinem Blog liefern. Hier kommt der nächste.

Palindrome sind Wörter und Sätze, die man vorwärts wie rückwärts lesen kann, unter den Eigennamen kommen einem da schnell ANNA und OTTO in den Sinn. Und von Goethe soll der folgende Satz sein, der heute ja wohl politisch inkorrekt ist:
Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.

Die längsten Wörter unte den Palindromen sind gewiss:
Reittier, Reliefpfeiler oder gar der Dienstmannsamtseid.

Mehr findet man auch im Internet, z.B. beim Blick von Hartmut Blessings prismenfernglas.de im Bereich Sprachspiele.

Ich fand auch schöne Sätze in den “Sprachnachrichten” des Vereins Deutsche Sprache e.V., die von Walter Landry aus Bad Friedrichsthal eingesandt wurden, etwa folgende:

Erika feuert nur untreue Fakire

Neuer Dienst mag Amtsneid reuen

Regal mit Sirup pur ist im Lager

Vitaler Nebel mit Sinn ist im Leben relativ.

Auch im Englischen gibt es Palindrome. Das vermutlich bekannteste stammt aus “Alice in Wonderland” und lautet:
Was it a cat I saw?

 

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Goethe, Palindrom
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Was Hessen leicht fällt, Baden-Württembergern dagegen nicht

Dieter Gellermann | 30. Dezember 2011

Sie kennen den Hessenpark, ein Sachsenschloss, Rheinwein, Rhönsprudel, Donauwellen oder den Spreewald. Dann dürften Sie auch mit Leipziger Allerlei, Aachener Printen, Schwarzwälder Schinken, den bayerischen Königsschlössern, dem Kölner Dom oder Sachsen-Anhalt etwas anfangen können. Zwölf Begriffe, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen stammen, aber zunächst nur eine geographische Bezeichnung beinhalten. Dann fällt auf, dass die ersten sechs Begriffe aus einzelnen Worten mit maximal vier Silben bestehen, auch wenn es zusammengesetzte Worte sind. Die zweiten sechs Begriffe bestehen immer aus zwei Worten. Was zeigt sich an den Beispielen:

Bei geographischen Begriffen gibt es solche, die so kurz sind, dass man sie leicht mit anderen Worten zusammenziehen kann. Bei anderen geht das nicht, weil dadurch Zungenbrecher entstehen würden. Probieren Sie es mal mit den deutschen Bundesländern, ihnen einfach nur die Silbe -land anzuhängen. Wo geht das und wo nicht?
Hessenland, Bayernland, Sachsenland geht, Saarland ist ohnehin schon ein feststehender Begriff, aber schon beim Thüringer Land und dem Brandenburger Land muss man zwei Wörter bilden, und bei den restlichen Flächenstaaten muss man das “Land” voranstellen, wenn man es den anderen Ländern gleichtun möchte, also Land Schleswig-Holstein, Land Mecklenburg-Vorpommern, Land Niedersachsen, Land Sachsen-Anhalt, Land Nordrhein-Westfalen, Land Rheinland-Pfalz und Land Baden-Württemberg. Das werden ganz schöne Wort-Ungetüme.

Wenn man bestimmte Flussufer bezeichnen möchte, kann man in Fließrichtung von rechts und links sprechen. Bei Flüssen mit kurzen Namen verbindet sich das gleich mit dem Begriff: wie bei rechtsrheinisch oder linkselbisch. Haben sie einen längeren Namen erfordert es eine Umschreibung wie bei “rechts der Pegnitz” oder “links der Donau”.

Benötigt man den geographischen Namen im Marketing, kommen einem manche Kombinationen leicht über die Lippen: So ist es dann auch leichter, Pfälzer Wein zu vermarkten als Wein der Region Saale-Unstrut, Ahrwein kann leichter sein als Rebensaft der Region Mosel-Saar-Ruwer. Was ich damit sagen möchte ist, die Namensfindung von Marktnamen mit regionaler Verankerung erfordert mehr Einsatz und Erfahrung, damit sie leicht über die Lippen gehen, sich gut lesen lassen und deshalb auch schnell gespeichert werden können.

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Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Marketing, Namensfindung, Sachsen, Wortlänge
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Sprach-Pannen (Ausgabe Dezember 2011)

Dieter Gellermann | 30. Dezember 2011

Ihr Sprachgefühl ist gefragt. Entdecken Sie die Sprachfehler in folgenden recht unzusammenhängenden Sätzen?

Die wieder kehrende Frage: Hat er schon von klein auf das Zeug zum Überflieger? Das ist zwingend, damit man nichts in die Augen bekommt, sonst wird es seine Früchte zeigen. Fällt Niesel? Da kommt ein Puzzle zum Anderen. Sagte einer: “Ich schlage Dich Krankenhaus!” Da fühlt man sich vom Auto mit geschleift? Wir sind den richtigen Weg eingeschlagen. Andere Bewohner scheinen traumatisiert. Das ist des Bösen zuviel und war der springende Grund.

So habe ich diese Panne-Sätze im zu Ende gehenden Monat gehört oder gelesen. Wie viele Fehler können Sie im vorigen Absatz finden? Kommen Sie auf zehn, so wäre das ordentlich, elf sind gut und zwölf gar perfekt! Und jetzt die Auflösung; gehen wir die Fehler mal einzeln durch:

1) Die wiederkehrende Frage: – zusammen geschrieben ist’s richtig.

2) Hat er schon von Kleinauf das Zeug zum Überflieger? – Kleinauf zusammen, ist außerdem ein Substantiv

3) Das ist zwingend erforderlich, damit man nichts in die Augen bekommt,- die Ergänzung erforderlich ist erforderlich

4) sonst wird es seine Früchte tragen.- Falsches Sprachbild: Früchte zeigen ist falsch.

5) Fällt Nieselregen? – Jeder weiß zwar, was Niesel ist, ohne Regen gibt es das Wort aber nicht

6) Da kommt ein Mosaikstein / Steinchen zum Anderen.- Was zum Anderen kommt ist auch ein festes Sprachbild, Puzzle gehört da nicht hinein, es sei denn, man sagt: “Da fügt sich ein weiteres Puzzlestück ein.”

7) Sagte einer: “Ich schlage Dich krankenhausreif!” – Reife zeigt sich auch im vollständigen Wort

8 ) Da fühlt man sich vom Auto mitgeschleift? – Der Erzähler kann vom Auto mit genommen werden oder mitgenommen sein, schleifen geht nur in der Version hier

9) Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen. – Da wurde sein und haben verwechselt. Nur so ist’s korrekt

10) Andere Bewohner scheinen traumatisiert zu sein. – Hier bedarf es einer Ergänzung mit sein, traumatisiert alleine geht nicht

11) Das ist des Schlechten zu viel- Auch wenn klar ist, was gedacht war: nur des Guten oder Schlechten man zu viel bekommen

12) und war der springende Punkt. – Punkt und Grund sind schon unterschiedliche Wörter. Der Grund springt nur, wenn die Erde bebt

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Fehler, Pannen, Sprachfehler, Sprachgefühl
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