Dieter E. Gellermann

PR-Berater, Journalist (DJV), professioneller Textbegleiter
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Pannen (Ausgabe November 2011)

Dieter Gellermann | 30. November 2011

Anfang des Monats las ich im Schwäbischen Tagblatt (2.11.2011): “Der Trickbetrüger klingelte am Haus einer bereits älteren Frau.” – Früher nannte man sie gewiss betagt. Oder musste der Betrüger so lange warten, bis sie die Türe öffnete? – Der Reiz verliert den solchen, wenn man ihn mit “t” schreibt, so etwa im Satz: “Reitzen Sie Ihre Rechte aus.”

Merkwürdige Sprachbilder habe ich auch wieder oft genug gehört.- Hier nur die besten davon. Stellen Sie sich folgendes einfach bildlich vor und Sie werden merken. Das geht so alles nicht. Also los:
“Wir können die Suppe ausbaden.” – “Müssen wir uns diesen Schuh überstülpen?” – “Bei der Frage müssen wir den Kopf aufmachen.” – “Da hat jemand den Teppich unterm Boden weggezogen.” – “Können Sie das Gras flüstern hören?”

In Süddeutschland bezeichnet man den Arbeitstag zwischen Feiertag und Wochenende als Brückentag. Viele Arbeitnehmer erhalten mit einem Tag Urlaub ein schönes langes Wochenende. Jetzt hörte ich den Begriff des Vorfeiertags. Dieses Wort steht so im Tarifwerk für Tageszeitungsredakteure. Da die meisten Journalisten am Tag vor einem Feiertag nicht arbeiten müssen, weil es an Feiertagen üblicherweise keine Tageszeitungen gibt, müssen auch nicht so viele Schreiber an den Vorfeiertagen anwesend sein. Dafür ist es bei Tageszeitungsjournalisten üblich, dass sie nicht nur an Feiertagen das Blatt für den Tag danach zusammenstellen müssen, sondern auch an fast allen Sonntagen. Also ist der “Vorfeiertag” an sich keine Wortpanne und nur etwas ungewöhnlich.

 

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Sprachbilder, Sprachfehler, Sprachgebrauch
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Unnützes Wissen kann dennoch hilfreich sein

Dieter Gellermann | 30. November 2011

Wer sich mit Fragen aus Quizsendun­gen oder Rekorden aus aller Welt be­fasst, vertrödelt nur auf den ersten Blick Zeit damit. Claudia Punstein, Anglistin und Medienmanagerin aus Frankfurt/ Main, hat das bei ihren Untersuchungen heraus­gefunden.

Mehr noch: Unnützes Wissen und die Beschäftigung damit hilft sogar beim Lernen und ist beim Ar­beiten hilfreich. Es lockert, motiviert und bereitet effektives Lernen der wichtigen Inhalte vor. Auch im Berufs­leben, etwa bei der Mitarbeiterschulung kann so Nützliches und Spielerisches helfen, damit man sich bestimmte In­halte besser merken kann. Wichtig ist bei allen neben der Strecke der nutzbringenden Arbeit nur, dass die Quellen des „unnüt­zen Wissens“ seriös sind. Und man muss mit seinen Informationen auch haushalten, denn, wenn man sich mit zu viel Müll vollstopft, bleibt zu wenig Zeit und Raum für das, wofür man Geld verdient.

Mehr dazu in der Zeitschrift Wirtschaft + Weiterbildung 10/2011 (www.wuw-magazin.de/ und bei der Plattform www.canudo.de).

Beispiele für unnützes Wissen finden Sie bei Neon http://www.neon.de/allgemein/unnuetzeswissen

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Fakten, Lernen, Schulung, wissen
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Ansprechende Mülltonnen

Dieter Gellermann | 30. November 2011

Seit einigen Jahren schon zieren die auffällig roten Hamburger Mülltonnen witzige Sprüche, die sehr gut das Müllbewusstsein der Bevölkerung erreichen und damit fördern. Ziel muss ja in jedem Fall sein, mehr Abfall in den Tonnen zu sammeln, denn jeder herumliegende und herumfliegende Müll ist dem Stadtbild einer Stadt abträglich. Insofern ist der Müll-Feldzug schon toll, weil er offensichtlich von Einheimischen wie Touristen verstanden wird.

Ein paar Beispiele für gute Mülltonnen-Texte:

“Ihre Papiere bitte!” – “Für mich zählen nur Inhalte.” – “Ich will keine Schokolade, ich will lieber das Papier!” – “Gib mir den Rest!” – “Ich fühle mich so leer!” – “Ich kann eine Menge einstecken.” – “Mal sehen, was für mich abfällt.” und “Herzlich müllkommen!”

Eine gute Idee und vorbildlich umgesetzt. Kompliment!

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Abfall, Hamburg, Mülltonne, Sprüche
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Keiner versteht sie. Oder versteht Sie keiner?

Dieter Gellermann | 10. November 2011

Gerade wieder einen Flyer in die Hand bekommen von Geschäftsleuten, die ich persönlich nicht kenne. Ich habe das Papier durchgelesen und bin nur auf Worthülsen gestoßen. Von etwa 15 Unternehmern war mir nur bei Dreien ausreichend klar, womit sie ihr Geld verdienen. Ansonsten alles unklar. Warum?
Wenn jemand Arbeit investiert in einen Text, in vermeintlich kraftvolle und aussagefähige Beschreibungen seiner Arbeit, was ihm sichtlich schwer fällt, warum begnügt er sich mit leeren Phrasen wie “professionelle und passgenaue Beratung” und dabei nicht konkret wird? Wer im Text nicht angibt, ob er Privat- oder Geschäftskunden oder beide ansprechen möchte, wer seine Erfahrungen nicht erwähnt und keine Beispiele seines Schaffens angibt, der wird sich nicht über volle Auftragsbücher freuen.

Es ginge einfacher:
Wenn schon kein Fachmann hinzugezogen wird, warum wird nicht mal ein Sportsfreund oder Musikerkollege gefragt, der aus einer anderen Branche kommt? Wer dagegen meint, es genügt, den (Ehe-)Partner zu fragen, wird für seine Texte viel Lob erhalten, weil dieses nicht ehrlich und neutral sein kann. Aber er wird damit kaum Neukunden gewinnen.

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Flyer, Phrasen, Worthüklsen
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