Dieter E. Gellermann

PR-Berater, Journalist (DJV), professioneller Textbegleiter
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Von Monty Python lernen ….

Dieter Gellermann | 31. Juli 2011

… und besser mit der Sprache umgehen.

Bekannt wurde die britische Klamauktruppe vor allem durch ihre skurilen Filmchen und Spielfilme. Wo das Bild nicht mehr so viel hergab, hat der Text die Geschichte weitergetragen. Ein besonderes Beispiel dafür ist der Sketch mit dem toten Papagei in der Tierhandlung.

John Cleese betritt das Zoogeschäft mit einem Vogelbauer, in dem ein offensichtlich toter Papagei liegt und beschwert sich beim Händler Michael Palin, weil der Vogel, den er eine halbe Stunde zuvor gekauft hat, tot ist. Natürlich versucht der Verkäufer zu beschwichtigen und irgendwann geht das Gespräch nicht weiter. An dieser Stelle wird es sprachlich interessant. Die beiden Komiker werfen sich noch eine ganze Weile Argumente zu, die alle mehr oder weniger Umschreibungen sind vom Zustand des Vogels. Kostproben?

Mausetot, weilt nicht mehr unter den Lebenden, von uns gegangen, das Zeitliche gesegnet, er ist nicht mehr, hat aufgehört zu sein, ist abberufen worden, eingegangen zum Herrn, es ist die seelenlose Hülle, Lebensodem ist aus ihm gewichen, ruht im ewigen Frieden, die Radieschen von unten besehen, den Schirm zugemacht, zwitschert das Halleluja auf seiner himmlischen Wolke, …

In Wörterbüchern fand ich noch mehr: ableben, ersterben, krepieren, den Tod finden, verenden, vergehen, hinweg sterben, dahinscheiden, entschlafen,  verscheiden, heimgehen, heimgehen, aushauchen, Geist aufgeben, die Welt verlassen, die Augen schließen, zu Staub werden, erblassen, fallen, draufgehen. Bildlicher auch: ins Gras beißen, die Löffel abgeben, in die ewigen Jagdgründe eingehen, sich zu seinen Vätern versammeln, daran glauben müssen, über die Klinge springen müssen, hopsgehen, Hals oder Genick brachen.

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Monty Python, Sketch, Synonyme, Wörterbuch
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Entrümpeln Sie Ihren Stil

Dieter Gellermann | 30. Juli 2011

Das generelle Entrümpeln des eigenen Sprachstils empfiehlt Key-Note-Speaker Prof. Dr. Lothar Seiwert (www.seiwert.de). Dem kann ich mich nur anschließen. Auch ich empfehle meinen Kunden stets zu kürzen, nichts Banales in Worte zu kleiden, denn das mah heute niemand mehr lesen. Die Zeit hat auch keiner und Aufmerksamkeit bekommt nur, wer gleich zum Punkt kommt.

Seiwerts Kompetenz gehört dem Zeitmanagement: Was lässt sich einsparen? Wie kann man sich auf wirklich Wichtiges beschränken. Mehr noch: Der Zeitmanagement-Fachmann spricht hier vom “Pizza-Taxi-Effekt” und meint damit: Erst kommt das Dringende, dann das Wichtige. Für eine dritte Kategorie ist im Business heute keine Zeit mehr.

Zu Seiwerts Regeln gehören:

1. In den ersten beiden Sätzen müssen Sie das Wesentliche aussagen.

2. Bei E-Mails kommt es auf kurze signifikante Texte in der Betreffzeile an, wenn Sie gelesen werden wollen.

3. Kurze Worte werden gelesen, ellenlang ausfallende Sprachschöpfungen nicht.
(Bei Sprachspielen ist das etwas Anderes. Siehe dazu den nächsten Beitrag “Stresstestschlichtung…”)

4. Füllwörter braucht niemand. Streichen Sie deshalb “auch”, “quasi” und “sozusagen”.

5. Redundanz / Wiederholungen werden in Internet-Texten nicht gebraucht. An anderen Stellen mögen sie ihre Funktion haben.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Klar?

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Aufmerksamkeit, Banales, Entrümpeln, kürzen, Sprachstil, Stil, Zeitmanagement
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Stresstestschlichtungskompromissvorschlag

Dieter Gellermann | 30. Juli 2011

Im Urlaub sah ich diese schöne Altstoffsammelinsel in Obertraun am Hallstätter See / Oberösterreich und musste sie unbedingt verewigen.

Sie kennen solche ellenlange Begriffe wie hier im Titel? In der Tat, ich stehe noch unter dem Eindruck der gestrigen Sitzung im Stuttgarter Rathaus und dem Schlichtungsversuch von Heiner Geißler (“Die Leute werden immer verwirrter”). Der Schlichter brachte heute in einem Radiobeitrag noch den Begriff des “Denkblockadenpolierers”. Finde ich sehr schön.

Kennen Sie weitere lange Begriffe? Gewiss ist auch Ihnen geläufig, dass es das Donaudampfschifffahrtskapitänspatent gibt. Ich durfte immerhin mal das Büro der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft von innen sehen. Und was gab es da zu sehen: Ganz normal arbeitende Menschen.

Spinnen wir unsere Sprachspiele noch etwas weiter: Spontan fällt mir ein “Lederhosenknopflochstickereimaschine”, wer bietet mehr?

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Sprachspiele, Wien
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Pannen (Ausgabe Juli 2011)

Dieter Gellermann | 30. Juli 2011

Bei Sportberichten im Fernsehen hat sich ein Bild eingeprägt, das eigentlich ein falsches ist: “Um zu gewinnen, muss der Sportler auf die Zähne beißen.” Muss er das, was bedeutet das dann anatomisch? Man kann mit den Zähnen klappern, man kann auf dem Zahnfleisch gehen, etwas zwischen die Zähne bekommen, einen Zahn zulegen,  jemand auf den Zahn fühlen oder sich dann die Zähne ausbeißen, – das Sprachbild ‘auf die Zähne beißen’ ist neu und ergibt leider keinen Sinn. Also Zähne zusammenbeißen und das falsche Bild vergessen.

Kürzlich berichtete jemand, er müsse “nach seinem Scheffel schauen”. Soll er doch. Der Scheffel ist eine alte Messvorrichtung für Getreide und überliefert aus der Bibel ist, dass man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen soll. Wer nach seinem Scheffel schaut muss demnach Landwirt oder Müller sein. Das oben zitierte Sprachbild ist jedoch nicht üblich.

“Das macht das Kraut nicht fett.” Zumal Kraut, selbst saures nicht fett ist. Das korrekte Sprachbild wäre hier: “Das macht den Kohl nicht fett.” Aber gegen falsche Bilder ist noch kein Kraut gewachsen. Aber bevor hier jemand ins Kraut schießt, Kohl und Kraut sind im allgemeinen Sprachgebrauch das Selbe. Und auch in der Literatur (Max von der Grün, Glatteis) ist das Kraut schon als nicht fett festgeschrieben worden. Erlauben wir es also…

Der Duden hat es mir “zurückgezeigt”. Auch das ist holpriges Deutsch. Kann er es mir nicht zurückgeben oder aufzeigen. Ich bitte darum, solch falsch zusammengesetzte neue Wörter zurückzuziehen, aber bitte nicht mit dem Finger darauf zeigen.

“Wenn man das weiß, tut man sich einfacher.” Was soll an diesem Satz falsch sein? Das “Tun” ist hier falsch am Platz, “haben” wäre das korrekte Hilfsverb. und das korrekte Adjektiv im Komperativ ist “leichter” und nicht “einfacher”. Wir schließen kurz: “wenn man das weiß, hat man es leichter.” Und der Satz klingt auch noch besser.

Nicht ausrottbar sind sinnlose Steigerungsformen wie “in keinster Weise” und “in bestmöglichster Form”. Was in keiner Weise vorkommt und schon die bestmögliche Form ist, hat schon das Ende der steigerungstechnischen Fahnenstange erreicht.

Neu unter den auffälligen Begriffen ist das Verb “antizipieren”, was ich auch in der Sportberichterstattung zuletzt häufig vernommen habe. Dieses Fremdwort bedeutet auf Deutsch das Vorwegnehmen vor der Zeit im Geiste oder vor Fälligkeit. Wer das so antizipiert merkt, dass dieses schöne Wort eigentlich nicht in den Bereich Sport gehört, – ausgenommen dem Schachsport, wenn man bei Zeiten die Gefährdung des Königs oder der Dame erkennt.

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Fremdwort, Sprachbild, Sprachgebrauch, Steigerung
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Medien dürfen Täter nicht zu Helden machen

Dieter Gellermann | 26. Juli 2011

Dem Statement von Jochen Kalka, Chefredakteur des Medienmagazins W&V, zu den Katastrophen von Oslo und der Schäreninsel muss ich nichts hinzufügen. Wir dürfen Verbrechern in unseren Medien keine Plattform geben, keine Namen nennen und sie auch nicht per Foto festhalten.

Jochen Kalka kommentiert:
“Focus, Spiegel und Co. machen den Täter zum Helden. Wieder einmal. Und zum Vorbild für Loser. Wieder einmal. Warum aber lernen diese wichtigen Leitmedien nichts dazu?”

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Foto, Medien, Plattform, Täter
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